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Montage Suisse - SWISS MADE IN LUZERN

 

Die Swiss Classic World ist immer eine Reise wert. Erst recht, da es den Veranstaltern gelungen ist, Fahrzeuge aus Schweizer Produktion in die Messehallen am Vierwaldstättersee zu locken. 

Beispielsweise ein zwischen 1934 und 1945 in Altstätten, SG, gefertigter DKW Holka. Insbesondere der zur Landesausstellung 1939 lancierte Landi-DKW wurde berühmt. Ab 1935 wurden die Karosserien zwar verblecht, aber der von Ernst Göhner aus «Holz» und «Karosserie» geformte Begriff «Holka» blieb bestehen. Unter den vielen Schweizer Automarken und Kleinserienhersteller erlangten zwei Montagewerke grosse Bedeutung.

Schwerpunkte sind Biel ...

1934 schloss Martini, das letzte eigenständige Autowerk der Schweiz, in Saint-Blaise bei Neuchâtel seine Tore. Im selben Jahr bemühte sich der Bieler Stadtpräsident um General Motors – und hatte Erfolg. Am 5. Februar 1936 lief der erste Buick Achtzylinder vom Band. Da die vom Bundesrat verhängten hohen Importzölle nur für komplette Autos galten, nicht aber für Bausätze, lohnte sich die Produktion. Unter dem berühmten Label, welches Eiger, Mönch und Jungfrau symbolisiert, wurden stolze 329 864 Autos der Marken Buick, Chevrolet, Pontiac, Opel, Vauxhall oder die Eigenmarke Ranger endmontiert.

Beliebt waren insbesondere die für anspruchsvolle Schweizer Kunden aufgewerteten Opel-Modelle mit dem Zusatz «Ascona» – lange bevor der Opel Ascona in Bochum vom Band lief. Als 1972 das Freihandelsabkommen zwischen EFTA und EWG in Kraft trat, waren die Schutzzölle obsolet. Die Ölkrise erledigte den Rest, nämlich den für den Weltmarkt in Biel geplanten Bau des Oberklassemodells Opel Diplomat «Swiss Made». Am 14. August 1975 lief ein Opel Rekord als letztes «Montage Suisse»-Auto von den Bieler Bändern.

... und Schinznach

Aus ähnlichen fiskalischen Überlegungen begann 1949 die Amag in Schinznach- Bad mit der Endmontage ausländischer Erzeugnisse, am Anfang hauptsächlich Plymouth. Später kamen Chrysler, DeSoto und Dodge hinzu. Weil die Amerikaner anfangs der 1950er-Jahre Lieferschwierigkeiten hatten, wurden über 500 britische Standard Vanguard und 1000 VW Karmann Ghia produziert. Entgegen der immer grösser werdenden Karosserien, ging die Amag mit den kleineren Sechszylinder- Typen Chrysler Valiant und Dodge Dart einen eigenen Weg. Da die Amag als Importeur von VW, Audi, NSU und Porsche mittlerweile eine umfangreiche Modellpalette anbieten konnte, lief die Fertigung 1972 nach 29 227 Einheiten aus.

Text/Fotos:
Swiss Car Register, Swiss Classic World,
Stefan Fritschi (auto-illustrierte)

 

 

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